STRESS


Stress naturheilkundlich behandeln - Entspannungstherapie
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WAS BEDEUTET STRESS?

Das Thema "Entspannung" und sein Gengenpart das Thema "Stress" sind aktueller denn je und von höchstem Interesse für die Forschung. Studien bezüglich der positiven Auswirkungen von Entspannungsübungen wurden in den letzten Jahren intensiv betrieben, da auch die Brisanz des Themas Stress immer weiter erforscht und erkannt wird. Die Auswirkungen von Stress und Entspannung beeinflussen unsere körperliche und seelische Gesundheit.

"...Vor allem aber haben Forscher bereits erkannt: Die innere Ruheaktivität (Anm: = Zustand der Entspannung) ist viel zu lange vernachlässigt worden. Und sie muss auch im allgemeinen Verständnis von seelischer und körperlicher Gesundheit wesentlich mehr berücksichtigt werden." (Zitat aus dem Artikel: "Das Gehirn ruht nie: Neurowissenschaftler erforschen die Entstpannung" / SWR2)

 

Stress ist die Ursache vieler körperlicher Erkrankungen und seelischer Leiden / Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, Burnout, Angststörungen, psychosomatische Erkrankungen etc. Aber auch ohne eine diagnostizierte Erkrankung können folgende beispielhaften Symptome ein Zeichen dafür sein, dass wir übermäßig gestresst sind:

Gefühle:  Angst, Traurigkeit, Gereiztheit, Jammern, Müdigkeit, Verlassenheit, Schuld, Agressivität, Leere, Hilflosigkeit etc.

Kognition:  Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Verwirrung, Sprachstörungen (z.B. Wortfindungsstörungen), Black-Outs etc.

Verhalten:  Schlafstörungen, Geistesabwesenheit, sozialer Rückzug, Weinen, verminderte Kreativität, Appetitlosigkeit etc.

Körperlich:  Übelkeit, trockener Mund, Haarausfall, rötliche Augen, Verspannungen, Verdauungsprobleme, Schmerzen, Herzklopfen, Herzstechen, Bluthochdruck, Zunahme des Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko, Schwächung des Immunsystems etc.

 

Die umfassenden gesundheitsgefährdenden körperlichen und seelischen Auswirkungen von Stress tragen dazu bei, dass die Behandlungsmethode "Entspannungstherapie" mit den Themen "Achtsamkeit & Meditation" und "Selbstmitgefühl" in den Fokus rückt - mit überaus postiven Forschungsergebnissen.

Die körperlichen und seelischen Zusammenhänge von Stress sind äußerst komplex, daher möchte hier nur einen kleinen Einblick geben. Stressoren bewirken im Körper erstens die Aktivierung des Sympathikus (der "Stressnerv" des vegetativen Nervensystems, welcher eine höhere Leistungsbereitschaft auslöst) und zweitens die vermehrte Ausschüttung stressverstärkender Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol und Thyroxin. Durch den Einfluss von Sympathikus und Stresshormonen werden im Körper vielfältige Reaktionen ausgelöst, wie z.B.:

  • Das Herz schlägt schneller
  • Die Blutgefäße verengen sich
  • Der Blutdruck steigt
  • Die Verdauung wird verlangsamt und somit auch die Ausscheidung der Stoffwechselendprodukte
  • Der Blutzuckerspiegel steigt
  • Das Immunsystem wird (vorerst) angeregt
  • und mehr...

Für die Flucht aus einer Gefahrensituation ist das von absolutem Vorteil und dafür evolutionär auch angelegt: das Überleben sichern durch die Flucht vor dem Säbelzahntiger. Die heutigen, modernen Säbelzahntiger sitzen uns allerdings viel ausdauernder im Nacken - gerne 24 Stunden. Wir können nicht vor Ihnen fliehen (Flucht = Stressreaktion zum Abbau von Stress) und uns danach in der Höhle ausruhen (Entspannungsreaktion). Unsere Stress-Tiger wachsen mit unseren täglichen Aufgaben und unserem Umgang damit. Keine Aufgabe ist zu groß, um sie nicht auch noch zu bewältigen und ja, gerne nehmen wir noch eine dritte und vierte an. Leistung und Effizienz - die Schlagwörter unserer Gesellschaft! Höher, schneller, weiter. Was die Anderen doch mit Links (scheinbar) können, kann ja für mich nicht so schwer sein... Stress. Stress in unserem Kopf, der in uns ist und vor dem wir nicht weglaufen können. Egal wo wir sind, er sitzt uns auf den Schultern.

 

Der Körper unterscheidet nicht, ob wir körperlich oder psychisch gestresst sind. Die inneren Prozesse sind die Gleichen. Der Nachteil bei einer dauerhaften Anspannung ist, dass die Stressreaktion sich nicht mehr adäquat mit der Entspannungsreaktion abwechselt und so z.B. die vermehrten Stoffwechselendprodukte nicht ausreichend ausgeschieden werden können. Sie lagern sich in unseren Gefäßen ab und Plaques entstehen (Verstopfungen der Blutgefäße) - schlimmstenfalls droht ein Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Zusätzlich wird auch das Immunsystem angeregt und unsere Immunzellen sind besonders aktiv. Auf Dauer verlieren sie aber ihre Sensibilität und können eindringende Krankheitserreger nicht mehr gut abwehren - wir werden krank.

Das alles ist unabhängig davon, ob wir körperlich oder seelisch gestresst sind und ist auch nur ein kleiner Teil der Stresskaskade.

 

Wenn Sie also unter dauerhaftem Stress leiden, im Hamsterrad rennen und rennen und nicht mehr wissen, wo die Pause-Taste ist, wenn Sie Ihr Kopfkino auch nachts nicht abstellen können, wenn um Sie herum die Farbe fehlt und die Liste der Aufgaben länger und länger wird... ist es wichtig, dass:

  • Sie Ihre eignen Stress-Alarmsignale kennen - am besten, bevor die Signallampe rot zeigt - und handeln
  • Sie sich Entspannungs-Inseln in Ihren Alltag einbauen, welche die Entspannungsreaktion aktiviert. Bei dauerhaftem Stress reicht leider das nächtliche Schlafen nicht mehr aus, um das Stresslevel wieder herunterzufahren.

Es gibt für jeden Menschen Möglichkeiten, so zu entspannen, dass es:

1. keine zusätzliche Arbeit ist

2. nichts ist, was man noch zusätzlich mühsam lernen muss und

3. der eigenen Persönlichkeit entspricht und nur mit einem Wohlgefühl verbunden ist - ganz stressfrei.