ENTSPANNUNGSTHERAPIE


Achtsamkeit und Mitgefühl Trauer / Verlust
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Entschleunigen. Gut zu sich sein.

"Du kannst die Wellen nicht aufhalten, aber du kannst lernen, auf ihnen zu surfen."

(Jon Kabat-Zinn)

 

Ist Ihnen bewusst, dass auch Gedanken und Gefühle, Stress für unseren Körper bedeuten? Der Körper unterscheidet in seiner Reaktion auf Stress nicht hinsichtlich der Ursache. Stress ist Stress. Belastende Emotionen, wie Trauer, Ängste, Wut, Ärger, Zorn, Unzufriedenheit sind unangenehm und machen uns das Leben schwer. Alles was unangenehm ist, möchten wir vermeiden, es ignorieren, wegdrücken, nicht wahrhaben... Für eine gewisse Zeit ist das auch kein Problem, aber je länger wir diese Emotionen mit aller Kraft unter der Oberfläche halten wollen, desto mehr Kraft fehlt uns für unser restliches Leben. So als ob wir im Meer mit aller Kraft einen Wasserball unter Wasser drücken - das geht eine Zeit lang, kostet aber Kraft, die wir dann nicht mehr für das Schwimmen haben. Der Körper strengt sich unheimlich an... und das macht auf Dauer krank. Stress macht krank. Das heißt nicht, dass wir nun alle unsere Wasserbälle loslassen und uns all den versteckten Emotionen stellen müssen, das heißt nur:

  • dass wir in geschwächtem Momenten gut mit unserer Kraft haushalten müssen
  • unsere Wasserbälle anschauen können (wenn wir bereit sind)
  • aufmerksam auf uns achten (Achtsamkeit)
  • liebevoll und wertschätzend mit uns umgehen (Selbstmitgefühl)
  • ... So dass wir immer genug Kraft zum Schwimmen haben.

Stress ist schädlich für die Gesundheit - auf wieviel Ebenen der Gesundheit, wird noch immer erforscht und es gibt schon sehr beeindruckende Ergebnisse (mehr dazu unter: "Wie wirkt Stress").

 

Wie gehen Sie mit sich um?

Bemerken Sie frühzeitig, wenn es Ihnen nicht gut geht?

Und was machen Sie dann?

Wie gehen Sie mit Stress um und was bedeutet Stress für Sie?

 

ACHTSAMKEIT

Achtsamkeit ist eine bewusste, offene, annehmende Aufmerksamkeit. Wenn wir achtsam sind, üben wir innerlich präsent zu sein. Durch diese unmittelbare Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks (Gefühle, Affekte, Gedanken, Geräuschen etc.) ist es möglich, eine bewusstere Sicht auf das Geschehen in uns und um uns herum zu erlangen. So entwickeln wir eine größere Klarheit über unser Empfinden und unsere Reaktionen. Die Gefühle werden klarer wahrgenommen und wir müssen ihnen nicht mehr zwangsläufig folgen. Wir erhalten mehr Spielraum und erkennen die gewohnheitsmäßigen Reaktionen in stressigen Situationen.

Das alles ist eine ständige Übung und wir dürfen bei alle dem unsere eigene Menschlichkeit nicht vergessen. Es geht nicht darum den Olymp zu ersteigen - aber es ist eine Möglichkeit bewusster zu leben. Allein der Versuch, sich auf eine einzige Wahrnehmung zu konzentrieren und mit der Aufmerksamkeit bei sich zu bleiben, hilft zur Ruhe zu kommen. Bei sich sein und ein bewussteres Gespür für die eigenen Gefühle und Affekte bekommen. Gefühle erkennen, differenzieren und so die Möglichkeit haben Entscheidungen zu treffen. Es geht darum einen Ruhepol zu finden, der das innere Chaos an Gefühlen zu besänftigen und die Anforderungen im Außen zu selektieren hilft.

 

SELBSTMITGEFÜHL

Sich selbst mit Gefühl begegnen. Selbst-Mit-Gefühl bedeutet wertschätzend und liebevoll mit sich umzugehen - gerade und vor allem in schwierigen Situationen. Was sagen Sie zu sich selbst, wenn Sie Angst haben? Was, wenn Sie etwas vergessen haben? Etwas nicht geschafft haben? Wenn Sie Ihr eigenen Anforderungen nicht erfüllen? Wie gehen Sei mit sich um? Gehen Sie so mit sich selber um, wie Sie es sich von anderen für sich wünschen? .......

Wir reden oft sehr fordernd und geringschätzend mit uns selber. Das ist weder motivierend noch stärkt das unser Selbstbewusstsein und unser Vertrauen in unser Können. Es hilft nicht um lust- und kraftvoll in den Tag zu gehen. Warum sind wir so streng mit uns selbst? Wenn es uns eh schon schlecht geht, warum kritisieren wir uns dann noch? In unserer Gesellschaft sind wir es leider nicht gewohnt liebevoll mit uns umzugehen - das ist egoistisch! Aber im Gegenteil: Ein wertschätzender Umgang mit sich selbst macht weich, sanft, ruhig, zufrieden. Eine Haltung, die wir erst für uns selber entwickeln und somit dann automatisch nach Außen weiter geben.

 

Mit der Achtsamkeit und dem Selbstmitgefühl entwickelt sich über die Zeit eine innere positive Umgangsweise, die sich automatisch auf den Umgang mit anderen überträgt.

 

 

GUT ZU SICH SEIN - IN DER TRAUER

In der Trauer gut zu sich sein, klingt erst einmal wie ein Gegensatz. Ängste, Sorgen, Schmerz, Hilflosigkeit und Überforderung, all das steht im Vordergrund - wie soll man dabei gut zu sich sein? In Lebensphasen des Verlustes und im Besonderen bei einer Suizid-Erfahrung werden Dinge von Ihnen verlangt, die schwer zu leisten sind. Den Alltag meistern, Arbeiten gehen, soziale Kontakte pflegen... Es ist kräftezehrend, anstrengend und bedeutet Stress. Trauer ist emotionaler Stress.

Stress beeinflusst Sie zusätzlich und hinterlässt nach geraumer Zeit Spuren. So kann Trauer z.B. Appetitlosigkeit hervorrufen - man kann einfach nicht essen, der Hals ist wie zugeschnürt. Hält die Appetitlosigkeit längere Zeit an, fehlen dem Körper wichtige Vitamine und Spurenelemente und es kommt zur Schwächung des Immunsystems, mit Erkrankungen, Haarausfall, Hautausschlägen etc. Stress äußert sich auch durch Nervosität, Anspannung, innerer Unruhe, Schlaflosigkeit, Gereiztheit usw.

Trauer bedeutet aber nicht nur Stress, Trauer ist auch ein emotionaler Ausnahmezustand. Wie gehen Sie dabei mit sich um? Was sagt Ihnen Ihre innere Stimme?...

Ich möchte mit Ihnen keine Anstrengung unternehmen und Ihnen noch ein weiteren Berg zur Bewältigung bieten. Mir liegt es am Herzen, mit Ihnen gemeinsam einen fürsorglichen und achtsamen Weg zu finden, mit den derzeitigen Umständen so gut es geht umzugehen. Möglichkeiten entdecken, die Ihnen gut tun und Ihnen helfen kleine Inseln zu schaffen, auf die sich zurückziehen können und die Sie stärken. Sie können doch jede Kraftreserve gebrauchen - oder?

 

 

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