ENTSPANNUNGSTHERAPIE


Achtsamkeit und Mitgefühl Trauer / Verlust
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ACHTSAMKEIT. SELBSTMITGEFÜHL.

Wie gehen Sie mit sich um?

Sind Sie gut zu sich? Bemerken Sie frühzeitig, wenn es Ihnen nicht gut geht? Haben Sie ein gutes Gespür für Ihre Gefühle? Können Sie Ihre Gefühle benennen und äußern? Was machen Sie wenn Sie gestresst und genervt sind? Wenn Sie Ruhe brauchen und irgendwie alles und jeder zu viel ist?

 

Es ist allgemein bekannt, dass Stress schädlich für die Gesundheit ist - auf wieviel Ebenen der Gesundheit, wird noch immer erforscht und es gibt schon sehr beeindruckende Ergebnisse (mehr dazu unter "Stress").

Mit Stress verbinden wir in erster Linie Dinge die Arbeit bedeuten: eine lange To-Do Liste, einen anstrengenden Job, hohe Anforderungen in der Familie usw. Das sind alles Umstände, die eine Anforderung an uns stellen, bei denen wir aktiv Handeln müssen und die in unserem Umfeld stattfinden (also im Außen).

Ist Ihnen jedoch bewusst, dass auch Umstände / Gegebenheiten in unserem Inneren, wie Gedanken, Gefühle und Empfindungen, die gleiche Stressreaktion in unserem Körper auslöst, wie ein z.B. ein stressiger Job? Der Körper unterscheidet in seiner Reaktion auf Stress nicht hinsichtlich der Ursache. Stress ist Stress. Belastende Emotionen, wie Trauer, Ängste, Wut, Ärger, Zorn, Unzufriedenheit sind unangenehm und machen uns das Leben schwer. Diese Emotionen gehören jedoch auch zu unserem Leben und machen die angenehmen Emotionen erst so wertvoll. Diese Erkenntnis hilft uns jedoch in einem emotionalen Tief nur bedingt weiter. Alles was unangenehm ist, möchten wir vermeiden, es ignorieren, wegdrücken, nicht wahrhaben... Für eine gewisse Zeit ist das auch kein Problem, aber je länger wir diese Emotionen mit aller Kraft unter der Oberfläche halten wollen, desto mehr Kraft fehlt uns für unser restliches Leben. So als ob wir im Meer mit aller Kraft einen Wasserball unter Wasser drücken - das geht eine Zeit lang, kostet aber Kraft, die wir dann nicht mehr fürs Schwimmen haben. Der Körper strengt sich unheimlich an... und das macht auf Dauer krank. Stress macht krank (siehe "Stress").

Das heißt nicht, dass wir nun alle unsere Wasserbälle loslassen und uns all den versteckten Emotionen stellen müssen, das heißt nur:

- dass wir in geschwächtem Momenten gut mit unserer Kraft haushalten müssen

- unsere Wasserbälle anschauen können (wenn wir bereit sind)

- aufmerksam auf uns achten (Achtsamkeit) 

- liebevoll und wertschätzend mit uns umgehen (Selbstmitgefühl)

... So dass wir immer genug Kraft zum Schwimmen haben.

 

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist eine wertfreie und bewusste Wahrnehmung von inneren und äußeren Erfahrungen. Wertefrei wahrzunehmen gelingt uns nur in Maßen - wir sind Menschen und es auch nicht die Intention, es Buddha gleich zu tun. Aber allein der Versuch, sich auf eine einzige Wahrnehmung zu konzentrieren und mit der Aufmerksamkeit bei sich zu bleiben, hilft zur Ruhe zu kommen. Bei sich zu sein. Sie können so ein freieres und sensibleres Gespür für Ihre Gefühle bekommen. Die tatsächlichen Gefühle wahrzunehmen, ist die Basis für die Auflösung eines Stresszustandes - Gefühle erkennen, differenzieren und so die Möglichkeit haben Entscheidungen zu treffen. Es geht darum einen Ruhepol zu finden, der das innere Chaos an Gefühlen zu besänftigen und die Anforderungen im Außen zu selektieren hilft.

 

Selbstmitgefühl

Sich selbst mit Gefühl begegnen. Selbstmitgefühl bedeutet wertschätzend und liebevoll mit sich umzugehen - gerade und vor allem in schwierigen Situationen, wie bei Gefühlen wie Wut, Angst, Vorwürfen etc. Was sagt Ihre innere Stimme zu Ihnen wenn Sie Angst haben, wenn Sie etwas nicht schaffen? Die Menschen reden sehr abfällig, fordernd und geringschätzend mit sich. Ist das motivierend? Hilft Ihnen das gestärkt und kraftvoll in den Tag zu gehen? Warum sind wir so streng mit uns selbst? Wenn es uns schlecht geht, warum kritisieren wir uns dann noch? Würden Sie eine Freundin auch so behandeln?

In unserer Gesellschaft sind wir es leider nicht gewohnt liebevoll mit uns umzugehen - das ist egoistisch! So was macht man nicht! *** Das ist ein Dogma, das tief in uns sitzt und was es uns schwer macht, zufrieden im Leben zu sein. Denn IM GEGENTEIL: Ein wertschätzender Umgang mit sich selbst macht weich, sanft, ruhig, zufrieden. Eine Haltung, die wir erst für uns selber entwickeln und somit dann automatisch nach Außen weiter geben. Wer kann schon streiten, wenn in ihm die Sonne scheint?

 

Mit der Achtsamkeit und dem Selbstmitgefühl entwickelt sich über die Zeit eine innere positive Umgangsweise, die sich automatisch auf den Umgang mit anderen überträgt.

 

 

Gut zu sich in der Trauer

In der Trauer gut zu sich sein, klingt erst einmal wie ein Gegensatz. Ängste, Sorgen, Schmerz, Hilflosigkeit und Überforderung, all das steht im Vordergrund - wie soll man dabei gut zu sich sein? In Lebensphasen des Verlustes und im Besonderen bei einer Suizid-Erfahrung werden Dinge von Ihnen verlangt, die schwer zu leisten sind. Den Alltag meistern, Arbeiten gehen, soziale Kontakte pflegen... Es ist kräftezehrend, anstrengend und bedeutet Stress. Trauer ist emotionaler Stress.

Stress beeinflusst Sie zusätzlich und hinterlässt nach geraumer Zeit Spuren. So kann Trauer z.B. Appetitlosigkeit hervorrufen - man kann einfach nicht essen, der Hals ist wie zugeschnürt. Hält die Appetitlosigkeit längere Zeit an, fehlen dem Körper wichtige Vitamine und Spurenelemente und es kommt zur Schwächung des Immunsystems, mit Erkrankungen, Haarausfall, Hautausschlägen etc. Stress äußert sich auch durch Nervosität, Anspannung, innerer Unruhe, Schlaflosigkeit, Gereiztheit usw.

Trauer bedeutet aber nicht nur Stress, Trauer ist auch ein emotionaler Ausnahmezustand. Wie gehen Sie dabei mit sich um? Was sagt Ihnen Ihre innere Stimme? Stellen Sie sich vor eine sehr gute Freundin hat das erlebt, was Ihnen widerfahren ist. Wie verhalten Sie sich ihr gegenüber? Welche Worte wählen Sie, in welcher Tonlage? Wie ist Ihre Körperhaltung?  *** Und nun hören Sie ins sich rein - wie gehen Sie selber mit sich um? Und, tut Ihnen das gut?

Ich möchte mit Ihnen keine Anstrengung unternehmen und Ihnen noch ein weiteren Berg zur Bewältigung bieten. Mir liegt es am Herzen, mit Ihnen gemeinsam einen fürsorglichen und achtsamen Weg zu finden, mit den derzeitigen Umständen so gut es geht umzugehen. Möglichkeiten entdecken, die Ihnen gut tun und Ihnen helfen kleine Inseln zu schaffen, auf die sich zurückziehen können und die Sie stärken. Sie können doch jede Kraftreserve gebrauchen - oder?
 

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